ödp Landsberg

aktuelles Bürgerbegehren zum Erhalt beider Mittelschulen in Landsberg (aktuellste Nachricht jeweils oben)


27.12.2014:
Das Bürgerbegehren zum Erhalt der beiden Landsberger Mittelschulen hat nicht die erforderliche Unterstützung erhalten und ist somit gescheitert.
War damit der ganze Aufwand umsonst, den die ÖDP in das Bürgerbegehren investiert hat? – Keineswegs!
In der jüngeren Vergangenheit der Stadt Landsberg hat es kaum ein Thema gegeben, das so kontrovers diskutiert wurde, wie die Zusammenlegung der beiden Mittelschulen. Erst durch das Bürgerbegehren der ÖDP ist in der Stadt eine Diskussion und Information zu dem Thema Gang gekommen, die es bis dato nicht gegeben hatte. Aus „Furcht“ vor dem ÖDP Bürgerbegehren wurden Dokumente auf der städtischen Homepage veröffentlicht, die bisher nicht zugänglich waren. In der Fritz-Beck-Mittelschule fanden im Mai 2014 (eineinhalb Jahre nach dem Zusammenlegungsbeschluss des Stadtrates) erstmals zwei Informations-Veranstaltungen zur Mittelschule statt. Während die erste Veranstaltung sich mit der Frage beschäftige: „Pädagogische Konzepte an einer Mittelschule - Was braucht eine Mittelschule um als solche zu funktionieren“ widmete sich zweite Veranstaltung dem Thema „Sanierung oder Neubau – was ist die bessere Alternative“. Beide Veranstaltungen zogen in überwiegendem Maße Fachbesucher an (Stadträte, Presse, Lehrer usw.) Die Elternschaft war so gut wie gar nicht vertreten. Die wenig interessierte Elternschaft war nicht nur für die beiden städtischen Veranstaltungen symptomatisch, sie war auch maßgeblich dafür, dass die Unterstützerunterschriften für das Bürgerbegehren in der erforderlichen Anzahl nicht zustande kamen.
Das Alles konnte nicht entmutigen. Die ÖDP in Landsberg hat Flagge gezeigt. Sie hat sich für die Interessen der Mittelschüler eingesetzt, die in den letzten Jahren keine Lobby hatten. Zu keinem Zeitpunkt wurde über die Mittelschulen in der Presse so oft berichtet wie in den vergangen Monaten. Die ÖDP hat den Lehrern ein Gehör verschafft, die sich aus beamtenrechtlichen Gründen nicht öffentlich äußern durften. Sie hat auf die Probleme aufmerksam gemacht, die aus der großen Anzahl der Schüler entstehen können, wenn demnächst 570 bis 600 Kinder in einem Mittelschulgebäude unterrichtet und betreut werden.
Mit 20:10 Stimmen hat sich der Stadtrat jetzt für die Sanierung und den Neubau der Mittelschule im Westen entschieden. Als ÖDP Stadtrat habe ich, nachdem die Beibehaltung der beiden Mittelschulstandorte mehrheitlich im Stadtrat abgelehnt wurde, für jene Variante gestimmt, die einen großzügigen Ausbau des Schulgebäudes im Westen beinhaltet. Damit sollte zumindest gewährleistet sein, dass die von uns befürchteten Effekte, die sich aus einer der größten Mittelschulen in Bayern am Standort Landsberg ergeben werden, nicht auch noch aus Platzgründen verstärkt werden.
Wie der Kreisbote an Weihnachten berichtete, besuchen aktuell 570 Kinder und Jugendliche die Mittelschule Landsberg. 110 von ihnen sind Nicht-Deutsche, 30 bis 35 sprechen und verstehen die Sprache noch nicht einmal ansatzweise. Es bleibt zu hoffen, dass diese große Anzahl von Kindern aus den Krisengebieten wie Syrien oder Afghanistan oder auch aus dem EU-Ausland in der neuen (großen) Schule ebenfalls gute Startchancen erhalten werden.\\ Ihr
Stadtrat Stefan Meiser


Fragen zum Planwerk Gutachten "Bedarfsermittlung Grund- und Mittelschulen 2025"
Sehr geehrter Herr Schramm,
ich freue mich auf Ihren Vortrag am 13. Mai 2014 in der Mittelschule Landsberg zum Thema „Bedarfsermittlung im Bereich der Grund- und Mittelschulen Landsberg a. Lech im demographischen Kontext“. Es ist sicherlich etwas ungewöhnlich, dass ein solcher Vortrag erst 3 Jahre nach der ursprünglichen Datenerhebung stattfindet - eigentlich hätte man sich eine solche Informationsveranstaltung bereits schon vor 2 Jahren gewünscht, als der Zusammenlegungsbeschluss der beiden Mittelschulstandorte erstmalig diskutiert wurde.
Ich unterstelle einmal, dass Sie, zumindest grob, über die jüngste Mittelschulentwicklung in Landsberg informiert sind und damit auch darüber, dass hinsichtlich der geplanten, räumlichen Zusammenlegung der beiden Mittelschulstandorte eine kontroverse Diskussion entstanden ist, die ihren bisherigen Höhepunkt mit dem Bekanntwerden von horrenden Gesamtkosten im Falle einer Zentrallösung am Standort der bisherigen Fritz-Beck-Mittelschule erfuhr. Pädagogische Aspekte, die in Ihrem Gutachten von 2011 aus nachvollziehbaren Gründen nicht beleuchtet wurden (das Büro PLANWERK war von der Stadt Landsberg lediglich beauftragt worden, eine Bevölkerungsprognose für den Zeitraum 2010 bis 2025 zu erstellen, um damit Grundlagen für die Schulentwicklungsplanung zu legen), werden inzwischen ebenfalls diskutiert.
Nichts desto trotz, die reichlich spät eingeläutete Grundsatzdiskussion findet zwar erst jetzt statt, aber sie findet statt.
Was das von Ihnen erstellte Gutachten betrifft, hat dies sogar einen Vorteil, wir sind schon 3 Jahre weiter und verfügen über Erkenntnisse, die es im Jahr 2011 zum Teil noch nicht gegeben hatte.
Bitte gestatten Sie, dass ich kurz 3 Punkte Ihres Gutachtens beleuchte. Es wäre hilfreich, wenn Sie während Ihres Vortrages erläuternde Hinweise zu diesen Punkten geben könnten.
1) In der öffentlichen Diskussion in Landsberg wird Ihr 46-seitiges Gutachten auf einen einzigen Satz reduziert „Die Entwicklung der Zahl der Mittelschüler laut Prognose legt nahe, dass der Fortbestand von zwei Mittelschulen in Landsberg als fragwürdig bezeichnet werden muss.“
Blenden wir an dieser Stelle einmal aus, wie Sie überhaupt im Hinblick auf 550 Mittelschüler, die Sie bis zum Jahr 2025 Landsberg am Lech prognostizieren, zu dieser Aussage gelangen konnten (diesen Punkt werden Sie sicherlich ohnehin während Ihres Vortrages den Anwesenden nochmals erläutern).
Betrachten wir vielmehr die Bedingung, die Sie im Jahr 2011 mit Ihrer Aussage verbunden hatten. Diese lautete:
„Grundsätzlich muss im Zusammenhang mit der Zusammenlegung der Mittelschulstandorte die Frage der Versorgung des Umlandes im Landkreis diskutiert werden . Aktuell übernimmt die Stadt Landsberg am Lech Versorgungsfunktionen für Gemeinden des Landkreises Landsberg am Lech war“
und weiter heißt es:
„In wieweit die Stadt Landsberg am Lech Versorgungsfunktionen für die Gemeinden des Landkreises übernehmen soll, muss in der politischen Diskussion zwischen Stadt- und Landkreis geklärt werden. Sicherlich spricht die räumliche und verkehrliche Lage der Stadt im Landkreis eher dafür. In der Gesamtschau müssen jedoch die Kapazitäten und Auslastungen aller bestehenden Haupt- und Mittelschulstandorte in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Die Gutachter schlagen vor, ein Konzept für Haupt- und Mittelschulen – ähnlich dem vorliegenden für die Stadt – auf der Ebene des gesamten Landkreises zu erstellen, um somit Aussagen über die teilräumliche Versorgung im Landkreis einschließlich der Stadt Landsberg am Lech zu erhalten.“ Eine derartige Gesamtschau hat bislang nicht stattgefunden. Der Landkreis lässt wissen, dass er für die Landkreisschulen zuständig ist. Dass er eventuell eine moderierende Funktion wahrnehmen könnte, in dem von Ihnen beschriebenen Abstimmungsprozess, hat er für sich als Aufgabenstellung bislang noch nicht ausgemacht. Die Stadt Landsberg am Lech selbst hat bislang den zwingend zu berücksichtigenden Hinweis des PLANWERK Gutachtens einer eventuellen Mittelschul-Versorgungsfunktion im Landkreis unberücksichtigt gelassen.
Dass es sich dabei nicht um eine Phantomdiskussion handelt, können Sie dem folgenden Link entnehmen.
http://www.kreisbote.de/lokales/landsberg/schulverband-fuchstal-noch-mittelschueler-weiter-steigenden-kosten-3422944.html=
Im Kreisbotenartikel vom 19.03.2014, der sich mit dem Schülerrückgang an der Mittelschule Fuchstal/Rott beschäftigt, wird der Schulverbandsvorsitzende und Fuchstaler Bürgermeister Erwin Karg mit den Worten zitiert:“ Langfristig wird die Mittelschule (in Fuchstal) nicht zu halten sein. Vor dem Hintergrund der sinkenden Geburtenzahlen (im Bereich des Schulverbandes) werden die Mittelschüler irgendwann nach Landsberg oder nach Schongau pendeln müssen.“
Meine Frage an Sie: Welche Bedeutung messen Sie der sich abzeichnenden Entwicklung in Fuchstal bei, im Hinblick auf die Mittelschulentscheidung in Landsberg am Lech?
2) Auf Seite 13 Ihres Gutachtens stellen Sie dar, wie Sie die Prognose der Bevölkerungsentwicklung für die Stadt Landsberg erstellt haben. Grundlage für Sie waren unter anderem die vorhanden Flächenverfügbarkeiten für potentielle Wohneinheiten.
Was Sie bei der Erstellung Ihres Gutachtens im Jahr 2011 noch nicht wissen konnten – die Stadt Landsberg am Lech beschäftigt sich intensiv mit der Wohnbebauung von innerstädtischen Umstrukturierungsflächen (Pöttinger Gelände), die in Ihrem damaligen Gutachten mit deutlich weniger Wohneinheiten in der Prognose berücksichtigt wurden. Während das Gutachten dort noch von 270 Wohnungen ausging ist jetzt die Rede von bis zu 800 Wohneinheiten. Bei einem Faktor von 2,2 Personen pro Wohnung könnten demnächst in dem genannten Bereich 1.000 Menschen mehr wohnen, wie Sie es aufgrund der Daten von vor 3 Jahren annehmen konnten.
Einen weiteren Aspekt konnten Sie auch noch nicht berücksichtigen. Die Stadt Landsberg wird eine Wohnanlage für Asylsuchende erhalten. Ob dort demnächst 200 oder 300 Asylsuchende wohnen werden steht noch nicht fest. Die ersten Asylsuchenden sind nach Ostern in einer Zwischenlösung (Containerunterkunft) im Osten der Stadt untergebracht worden. Es ist zweifelsohne damit zu rechnen, dass jugendliche Asylbewerber aus diesem Bereich demnächst die Mittelschulen besuchen werden. Bei den Einrichtungen/der Einrichtung wird es sich um Dauereinrichtungen handeln, damit sind sie in die Prognose einzubeziehen.
3) Auf Seite 40 Ihres Gutachtens beschäftigen Sie sich mit der Mittelschule am Schlossberg:
Dort heißt es:
„Die beiden Schulgebäude weisen teilweise einen erheblichen Sanierungsbedarf auf und bedürfen im Falle einer längerfristigen Nutzung als Schulstandort hohen Investitionen in den Bestand“.
weiter heißt es:
“ Der Schulstandort Schlossbergschule verfügt nur in beschränktem Maße über nutzbare Freiflächen. Der Schulhof weist begrenzte Dimensionen auf und sportliche Aktivitäten sind im Schulumfeld nicht möglich“.
Umso mehr überrascht es dann, dass Sie, bei der Beurteilung der Eignung der Schlossbergschule für die Aufnahme der bisherigen Grundschulstandorte „Spitalplatz“ und „Pössinger Straße“ zu einem ganz und gar anderen Ergebnis kommen.
Wörtlich heißt es dort für den Fall einer räumlichen Verlagerung der Mittelschule am Schlossberg:“Für diesen Fall wäre mit den Räumlichkeiten der Schlossbergschule eine Standortalternative gegeben, die für eine Verlagerung der Spitalschule (beide Standorte) durchaus in Frage käme“.
Herr Schramm, Sie werden sicherlich verstehen, dass ich gespannt bin zu erfahren, wie Sie zu diesen beiden unterschiedlichen Betrachtungsweisen in Ihrem Gutachten gekommen sind. Etwas überspitzt könnte man den Eindruck gewinnen, dass Investitionen in Gebäude mit Mittelschulnutzung von Ihnen anders beurteilt werden, wie Investitionen in das selbe Gebäude, wenn es für eine Grundschulnutzung vorgesehen ist.
Ich freue mich auf Ihren Vortrag.
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Meiser


(im LT am 8.3.2014 abgedruckt.)

die Vorderseite unserer Unterschriftenliste zum Download.


Nur Wahlkampftaktik?
(von Wolfgang Buttner, noch Stadtrat in Landsberg)
Wiederholt wird uns – also der ÖDP Landsberg – vorgeworfen wir würden mit dem Bürgerbegehren „Erhalt der beiden Mittelschulstandorte“ nur billige Wahlkampftaktik betreiben. Diesem Denkansatz sind doch noch einige Argumente, Fakten und Erfahrungen aus der Vergangenheit meiner 6 Jahre im Stadtrat entgegenzuhalten.
Fakt ist, daß die ÖDP sich die Termine nicht raussuchen kann und just genau jetzt eine Weichenstellung zur Entscheidung ansteht die erhebliche Auswirkungen haben wird auf unseren instabilen Haushalt. Nie mußten wir uns jede Geldausgabe so genau überlegen wie gerade jetzt.
Wir haben uns übrigens auch in der Vergangenheit ebenfalls aktiv an Bürgerbegehren beteiligt – etwa zusammen mit allen anderen Oppositionsparteien im Stadtrat 2009/2010 als über den Lech eine Brücke gebaut werden sollte. Wenn wir der Auffassung sind, daß eine mehrheitliche Entscheidung im Stadtrat nicht dem Wohle der gesamten Bürgerschaft dient, so halte ich es für die Pflicht der Opposition den Souverän, also den Bürger anzurufen. In der Landsberger Vergangenheit waren die Bürger häufiger anderer Ansicht als dies die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat abbilden konnten.
Die Erfahrung wie die Entscheidungen zum Kinderhaus getroffen wurden ist ein Beispiel dafür wie gegen Mehrheitsverhältnisse im Landsberger Stadtrat mit Argumenten der Vernunft nichts auszurichten ist. Diese – in unseren Augen - falsche Entscheidung bürdete dem Bürger, also dem Steuerzahler unnötige weil vermeidbare Kosten auf. Alle weiteren Versuche angesichts sinkender Kinderzahlen die Diskussion neu zu beleben wurden über sog. Nichtbefassungsanträge abgewehrt. Der Stadtrat entschied und die Bürger zahlen es dann in Form von Schulden und langfristigen Kosten für den Bauunterhalt ab. Normalerweise heißt es „wer zahlt, schafft an“. Diese Lebensweisheit wird im Stadtrat umgedreht. Der Stadtrat entscheidet zwar, haftet und zahlt letztlich aber für gar nichts.
Nach der Darstellung unserer finanziellen Situation ist gemäß den Aussagen unseres Stadtkämmerers Herrn Jung die Stadt so gut wie nicht mehr in der Lage unsere Tilgungen (für Kredite der Vergangenheit) aus dem laufenden Haushalt zu bestreiten. Wir kriegen jeden neuen Haushalt nur noch gebacken indem wir Jahr für Jahr den Gebäudeunterhalt im zweistelligen Millionenbereich total vernachlässigen. Wir bauen ständig neue Gebäude und lassen dabei den Bestand verrotten. Für Sanierungen – nicht einmal zu reden von energetischen Sanierungen die uns sogar noch laufenden Unterhalt einsparen würden - ist nie Geld da. Das hat System. Dies ist auch der Grund für den betrüblichen Zustand nicht nur der Schloßbergschule. Herr Jung hat auf Nachfrage im Stadtrat immer wieder erklärt, daß sowohl Schulsanierungen im einstelligen als auch Schulneubauten im zweistelligen Millionenbereich nur über Kredite zu finanzieren seien. Wenn wir aber bereits jetzt kaum noch die Tilgungen bedienen können, wie soll das dann enden wenn wir oben noch weitere rückzuzahlende Kredite draufpacken? Wann sind wir zahlungsunfähig? Wir wollen gar nicht daran denken, was geschehen wird wenn unsere noch sprudelnden Steuereinnahmen zurückgehen sollten. Wir leben momentan auf einer Wohlstandsinsel und meinen bzw. beanspruchen für uns das müsse doch immer so weiter gehen. Auf etwaige Krisen sind wir nicht eingestellt und nicht vorbereitet. Die Binsenweisheit „spare in der Zeit, dann hast Du in der Not“ wird ignoriert. Wenn wir jetzt keine Schulden abbauen – wann dann?
Meine Erfahrung im Stadtrat hat mich gelehrt, daß Mehrheiten nur sehr bedingt in der Lage sind vernünftige Entscheidungen zum Wohle aller Bürger zu treffen. Parteiraison und andere Einflüsse sind oft stärker als der Verstand.
Daher sprechen wir uns im Text des Bürgerbegehrens auch für eine unverzügliche Sanierung der Schloßbergschule aus.
Ihr Wolfgang Buttner 07.03.2014 12:07 Uhr


Pressemeldung vom 28.2.2014
Sehr geehrte Vertreter der Presse,

die Initiatoren des Bürgerbegehrens „Erhalt der beiden Mittelschulstandorte“ können einen ersten, wichtigen Erfolg vermelden.
Die Regierung von Oberbayern hat mitgeteilt, dass Sie die Rechtsauffassung des Landratsamtes Landsberg teilt, der zur Folge das Bürgerbegehren „Mittelschule“ rechtlich zulässig ist.
Wörtlich teilte Herr Graf den Initiatoren des Bürgerbegehrens mit:
„Die Regierung von Oberbayern hat uns mitgeteilt, dass sie die Rechtsauffassung des Landratsamtes hinsichtlich der grundsätzlichen Zulässigkeit des Bürgerbegehrens teilt. Die Stadt Landsberg am Lech schließt sich dieser Rechtsauffassung an, allerdings mit dem Hinweis, dass sie die Begründung des Bürgerbegehrens für sachlich falsch erachtet“.
Die Stadt hatte zuvor rechtliche Bedenken hinsichtlich der grundsätzlichen Zulässigkeit des Bürgerbegehrens geäußert und sich gegen die Rechtsauffassung des Landratsamtes gestellt. Daraufhin hatte das Landratsamt die Regierung von Oberbayern um rechtliche Klärung gebeten.
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Die Initiatoren des Bürgerbegehrens hatten gegenüber der Regierung von Oberbayern mit dem nachfolgenden Schreiben für die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens geworben:

„Den Initiatoren des Bürgerbegehrens geht es vor allem darum, pädagogische Aspekte, die bislang zu wenig berücksichtigt wurden, neu zu gewichten, weil die Stadt einräumt, dass die, dem Stadtratsbeschluss vom 24.10.2012 (siehe Anlage1) zugrunde gelegten Kosten nicht aufrechterhalten werden können (die Stadt lässt gerade neue Zahlen ermitteln, nachdem Kostensteigerungen von bis zu 300 Prozent im Raume standen) und es gerade diese Kosten waren, die den Stadtratsbeschluss entscheidend geprägt haben. Wir möchten betonen, dass wir die Schulsprengeländerung genauso wenig in Frage stellen, wie die Zusammenfassung der beiden Mittelschulen zu einer organisatorischen Einheit. Mit dem Bürgerbegehren sollen lediglich die beiden Mittelschulstandorte für die Mittelschule als Unterrichtsorte erhalten bleiben.
Ungeachtet des Zieles des Bürgerbegehrens stellen wir die Frage, ob es seitens der Stadt zulässig war, mit falschen Kostenangaben den Stadtratsbeschluss vom 24.10.2012 herbeizuführen. Es gilt ernsthaft zu prüfen, ob es hingenommen werden muss, dass mit falschen Zahlen Stadtratsbeschlüsse herbeigeführt werden, die eine so weitreichende Konsequenz nach sich führen, wie der Mittelschulbeschluss vom 24.10.2012. Die Stadt beruft sich in ihrer Widerrede zu unserem Bürgerbegehren auf genau diesen Beschluss. Müssen die Bürger es hinnehmen, dass ihre Vertreter (die Stadträte) mit falschen Zahlen zu einer Entscheidung veranlasst wurden, die bei Kenntnis korrekter Zahlen möglicherweise anders getroffen worden wäre. Und müssen aus dem gleichen Grund auch noch die Bürger auf die Möglichkeit eines Bürgerentscheides verzichten? Das wäre doch absurd!
Der Stadtratsbeschluss vom 24.10.2012 führt keinerlei pädagogische Überlegungen an, die bei einer Aufgabe eines Schulstandortes zu bedenken sind. 30 Lehrer der Fritz-Beck-Mittelschule hatten ihre pädagogischen Bedenken schriftlich formuliert und (leider etwas spät im Februar 2013) dem OB mitgeteilt.
(Siehe Anlage 2.)
Die beiden ehemaligen Rektoren Christian Karlstetter und Joseph Kannheiser hatten in einem Brief an den Stadtrat festgestellt:
„Natürlich wäre es aus pädagogischen Überlegungen besser gewesen, durch eine grundsätzliche Renovierung beider derzeit bestehenden Schulen kleinere eigenständige Einheiten zu erhalten“
(siehe Anlage3)
Im gleichen Kontext äußerte sich der stellvertretender Schulleiter einer der beiden Mittelschulen.
(Anlage 4)
Die Initiatoren des Bürgerbegehrens stellen fest, dass
1. der Stadtratsbeschluss vom 24.10.2012 aufgrund von falschen Kostenangaben der Verwaltung zustande kam
2. dass pädagogische Überlegungen bei dem Beschluss unberücksichtigt blieben
3. dass, nachdem die finanzielle Basis des Beschlusses vom 24.10.2012 entfallen ist, auch die pädagogischen Fragestellungen eine Standortentscheidung nochmals beeinflussen dürfen.
4. und dass den Bürgern die Möglichkeit einzuräumen ist, in dieser so wichtigen Frage selbst zu entscheiden.“
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Das Bürgergehren wird jetzt mit folgender Fragestellung gestartet:
„Sind Sie dafür, dass die bestehenden Mittelschulstandorte „Fritz-Beck“ und „am Schlossberg“ für den Mittelschulbetrieb erhalten bleiben und dass die Schule am Schlossberg unverzüglich saniert wird?“

Begründung:
Der Stadtrat hat in seiner Sitzung vom 24.10.2012 beschlossen, die Fritz-Beck Mittelschule und die Mittelschule am Schlossberg am Standort der Fritz-Beck Mittelschule zu einer Mittelschule räumlich zusammenzufassen. Die beiden getrennten Mittelschulstandort sollen jedoch erhalten bleiben.
- weil durch die räumliche Zusammenlegung eine der größten Mittelschulen (für bis zu 600 Schüler/innen) in Bayern entstehen würde
- weil es aus pädagogischen Gesichtspunkten besser ist kleinere Schuleinheiten zu erhalten
- weil eine größere Anonymität größere Probleme mit sich bringt, die einer „Erziehung durch Beziehung“ zuwiderläuft
- weil östlich des Lechs die Schule am Schlossberg von jedem Wohnort zu Fuß zu erreichen ist
- weil eine räumliche Zusammenlegung der beiden Mittelschulen zu einer erhöhten Verkehrsbelastung in der Stadt führt
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Die Initiatoren des Bürgerbegehrens gehen davon aus, dass die notwendigen Unterstützer-Unterschriften bis Mitte Mai vorliegen werden. Zu diesem Zeitpunkt hat die Stadt Landsberg die Kostenprognosen für die beiden Schulstandorte angekündigt. Damit können die Bürger bei dem dann folgenden Bürgerentscheid auch die Kostenprognosen in Ihre Entscheidung mit einbeziehen.

Wir würden uns freuen, wenn Sie die Pressemitteilung redaktionell berücksichtigen würden.
Besten Dank.
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Meiser


Veröffentlichter Leserbrief von Stefan Meiser im LT vom 1.3.2014 abgedruckt:

Der Leserbrief bezieht sich auf den Leserbrief von Frau Gertrud Brandl-Beuth,

die ihrerseits den LT Artikel „Für den Erhalt beider Standorte“ in der LT Ausgabe vom 15.02.2014 kommentiert hatte.

Frau Brandl-Beuth übt in ihrem Leserbrief heftige Kritik an den Initiatoren des Bürgerbegehrens, das diese vor allen Dingen aus pädagogischen Gründen derzeit zum Zwecke des Erhalts der beiden Mittelschulstandorte organisieren. Die Kritik von Frau Brandl-Beuth überrascht. Anfang 2013 hatte sie sich, zusammen mit 30 Lehrern der Fritz-Beck-Mittelschule brieflich an OB Neuner sowie die Stadtratsfraktionen gewandt. Wörtlich heißt es in dem von Frau Brandl-Beuth unterzeichneten Schreiben: …“trotzdem sehen wir in der Zusammenlegung auch pädagogische Schwierigkeiten, die vielleicht von Außenstehenden als solche nicht wahrgenommen werden können“. Weiter heißt es: „Mittelschulen in der geplanten Größe von knapp (oder über) 600 Schülern gib es in Oberbayern nur sehr selten, in der Regel umfassen diese 300-400 Schüler“ – „ Wir stehen für Bildung durch Beziehung. Erhöhte Schülerzahlen erhöhen die Anonymität und damit auch die Gefahr von Problemen. Das könnte im Extremfall zu einer Brennpunktschule führen“ – „ Die Wahrscheinlichkeit wächst, dass die Klassenstärken mit zunehmender Schülerzahl steige“ – „Bisher bestand mit zwei separaten Schulen eine einfache Chance eines „Gastschulaustausches“ mit schwierigen Schülern“. Zum Thema Entwicklung der Schülerzahlen schreibt Frau Brandl-Beuth mit ihren Lehrer Kollegen/innen:“ Im Schulalltag ist der vom Nürnberger Planungsbüro 2011 vorgestellte starke Rückgang von Mittelschülern in Landsberg bei uns in dieser Stärke nicht erkennbar“ und weiter“ Schlossbergschule als auch Fritz-Beck-Mittelschule sind und bleiben auf Jahre hin auch ohne Zusammenlegung eigenständige Mittelschulen“. Auf meine schriftliche Frage vor einem Jahr, warum ihre eigene Partei, die Landsberger SPD (von der man in besonderem Maße erwarten müsste, dass sie sich für die Schwächeren in der Stadt einsetzt) sich nicht für den Erhalt beider Mittelschulstandorte stark macht, teilte Frau Brandl-Beuth schriftlich mit: „Wahrscheinlich sagen sie deswegen nichts bis wenig, weil sie eigentlich wissen, dass das (gemeint ist die Mittelschulzusammenlegung) keine wirklich gute Lösung ist; und der Ortsverein erhebt sich gerade erst wieder von den Scheintoten“. Auf diese Wiederauferstehung können und wollen die Initiatoren des Bürgerbegehrens Mittelschule nicht warten. Es ist ein Skandal wie die Schüler, die Eltern - ja die ganze Landsberger Bevölkerung in der Mittelschulfrage bislang für Dumm verkauft und pädagogische Vorbehalte einfach unter den Tisch gekehrt wurden. Das Bürgerbegehren für den Erhalt beider Standort ist wichtiger denn je.

Besten Dank

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Meiser