ödp Landsberg

Wolfgang Buttner


Wolfgang Buttner
Stadtrat der ödp Landsberg von 2008 bis 2014, Kreisrat ab 2014
* 14.01.1957 in Landsberg
Beruf : Energieberater
Studium : Maschinenbau mit Schwerpunkt Energietechnik
Zivildienst 1977/78 beim BRK LL

meine Homepage als Energieberater: http://www.buttner.name
stellv. Vorstand in der Landsberger Energieagentur e.V.

im April 1996 auf dem Odeonsplatz in München
(bin ödp-Mitglied seit 1992)

bin seit 35 Jahren Mitglied bei Robin Wood : http://www.robinwood.de

Was brachte mich zur Ökologie?
Mitte der 70er Jahre wurde die Stadt Landsberg aufgewühlt durch die vom damaligen Stadtrat befürwortete Industriepolitik mit der potentiellen Ansiedlung von Eli Lilly (einem US-amerikanischen Chemie- und Pharmaunternehmen) im "Frauenwald". Das für und wider wurde auch am DZG in allen Schattierungen debattiert. Zusammen mit unserem Mathematik- und Physiklehrer Hans Andraschko standen viele von uns Schülern mit ihm zusammen am Hauptplatz um gegen die geplante Ansiedlung zu demonstrieren. Der verheerende Unfall am 10.7.1976 in Seveso tat ein Übriges um die Ansiedlung des Konzerns am Lech letztlich zu verhindern. Dies sind die prägenden Erlebnisse die mich zur Ökologie brachten. Ein vergleichbar einschneidendes Ereignis war dann erst wieder die nukleare Katastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986.
In meiner Zivildienstzeit bekam ich irgendwie Kontakt zu Uschi Hartmann. Sie war es dann auch die mich überzeugte Anfang der 80erJahre den Grünen beizutreten. Dort blieb ich etwa 3 Jahre Mitglied bis mir klar wurde, daß die Grünen die Ökologie auch nicht erfunden haben. So wurde bei den Versammlungen in Pürgen ständig geraucht ohne Rücksicht auf die ebenfalls anwesenden Nichtraucher. Der Hauptgrund meines damaligen Austritts war aber der, daß die Grünen nicht erkennen konnten, daß es ohne eine ökologische Steuerreform nicht wirklich weitergeht. Also Steuern auf Energie und Rohstoffe erheben und nicht auf menschliche Arbeit. Besteuern muß man diejenigen Güter die nicht nachwachsen und die durch den Prozeß der Dissipation verloren gehen. Damals dachte ich allerdings noch nicht an Toxen und Noxen. Heute ist klar, daß wir auch diese besteuern müssen wenn wir überhaupt überleben wollen. Die Meere und die Atmosphäre sind nun mal keine Müllkippen.
Man kann auch "die Grünen" von 1983 nicht mehr vergleichen mit der heutigen Partei und deren Schwerpunkten. Damals standen in der Hochzeit der Friedensbewegung - ich erinnere hier an Petra Kelly als Protagonistin - noch Forderungen im Wahlkampfprogramm von 1983 wie etwa der Austritt aus der NATO oder die Verstaatlichung der Banken. Das alles und noch viel mehr ist Schnee von gestern und heute verteidigen wir mit Hilfe der Grünen die deutschen Interessen nicht nur am Hindukusch sondern weltweit mit Waffengewalt. Ich bleibe aber Pazifist und Kriegsdienstverweigerer. So sammelten sich bei mir im Laufe der Jahre sehr viele Punkte an weshalb ich heute die Grünen nicht mehr wählen kann. 1983 war das noch ganz und gar meine Partei. Meine Grund-Überzeugungen haben sich in dieser Zeit aber nicht wesentlich geändert.

Was brachte mich zur ÖDP?
Als Student hatte ich zunächst begonnen mich in München bei der Ortsgruppe von Greenpeace zu engagieren. Damals begann auch die Diskussion über die Ursachen des Waldsterbens. Greenpeace konnte oder besser wollte sich damals nicht damit befassen mit der Begründung, daß sie nur zum Thema Artenschutz arbeiten. Daher wurde 1982 in Bremen die Umweltorganisation "Robin Wood – Gewaltfreie Aktionsgemeinschaft für Natur und Umwelt e.V." gegründet. Zu dieser Abspaltung bin ich dann 1983 dazu gestoßen als sich in München eine Ortsgruppe des Vereins zusammenfand. Neben zahllosen Aktionen (wie Tempo 100) haben wir auch Infostände am Marienplatz in München organisiert. Bei einem dieser Infostände kam auch die Münchner ÖDP-Stadträtin Mechthild von Walter auf mich zu. Ihr ist es dann nach einigen Monaten gelungen mich zu überzeugen, daß es sinnvoll ist sich nicht nur bei NGOs sondern auch in der Politik zu engagieren. Besonders überzeugend waren für mich damals die Forderungen der ÖDP nach einer echten ökologischen Steuerreform und die Abschaffung aller Tierversuche weil sie sinnlos sind. Nun bin ich seit mittlerweile 27 Jahren bei der ÖDP und habe noch immer kein besseres Programm bei anderen Parteien finden können. Bei jeder Wahl wird mir das durch die Wahl-O-Mat-Abfragen immer wieder klar bestätigt.

Vortragstätigkeit in meiner Münchner Zeit (vom Studium 1983 bis zum Sommer 2005)
In meiner Münchner Zeit begann ich mit einer regen Vortragstätigkeit zunächst an der Münchner Volkshochschule (MVHS) und am ÖBZ mit Themen wie "Strom sparen im Haushalt" und "Waldsterben durch Fleischkonsum". Dies ging aber bald über die Stadtgrenzen hinaus und erstreckte sich schließlich über ganz Bayern mit Themen wie "Effiziente Beleuchtung" oder "Kosten-Vorteile durch LED-Beleuchtung" an nahezu allen IHKs und HWKs. Im Jahre 2000 bekam mein Büro den Energiepreis der Landeshauptstadt München für ein erfolgreiches Contracting-Projekt am Münchner Goethe-Institut. Einige Referenzen aus dieser Zeit sind hier zu finden.
Im Laufe der Jahre dürften wohl einige Hundert Vorträge zu ökologischen Themen zusammen gekommen sein.


Nähere Information dazu hier: http://www.oedp-landsberg.de/Wiki/uploads/Themen/oekpol65.pdf oder hier

Und nun die Gretchenfrage:
Weshalb bewerbe ich mich in der anstehenden Kommunalwahl für das Amt des Landrats?
Ende Juli 2019 traf sich unsere Kreistags-ÖDP-Fraktion erstmals mit Frau Foresti zum gegenseitigen Kennenlernen. Einen Tag später erhielten wir von Frau Foresti eine E-Mail in der sie vorschlug ich sollen mich zum Landratskanddaten aufstellen lassen. Dies bringt in jedem Fall Aufmerksamkeit für meine ökologischen Themen. Dies vor dem Hintergrund, daß ich mit den Aktivitäten des Landkreises um das 2013 beschlossene KSK umzusetzen überhaupt nicht zufrieden bin. Wenn wir das KSK wirklich ernst nehmen würden so müßten wir unsere Anstrengungen schon vertausendfachen. Der Landkreis als Kommune hat dabei Vorbildfunktion. Der vom Landratsamt ursprünglich mitinitiierte ehrenamtliche Verein LENA hat dabei nach meiner Auffassung bislang lediglich eine Feigenblattfunktion. Mit rein ehrenamtlicher Arbeit ist es ganz unmöglich das KSK umzusetzen.
Natürlich bin ich mir sehr wohl bewußt, daß ich gegen einen amtierenden Landrat der CSU im Landkreis keine reale Chance habe. Die große Chance liegt darin begründet das Thema Klimaschutz endlich ernsthaft anzugehen. Eigentlich wollte ich zum Ende dieser Wahlperiode ganz aufhören wie vor 5 Jahren ja auch im Stadtrat, denn es macht einfach keinen Sinn für mich nur immer gegen Wände des Unverständnisses anzurennen. Dies ist nicht effizient und ergibt keinerlei Sinn. Der Ausschlag für mich weiterzumachen kam ausschließlich aus der Bewegung „Fridays for Future“. Es ist gut und richtig, daß dank Greta Thunberg die Jugend endlich aufgewacht ist aus ihrem ökologischen Dämmerzustand und erkannt hat, daß sie ums Überleben kämpfen muß, denn die Alten in diesem Land hören nur noch auf die Lobby der Konzerne und der Hochfinanz. Die täglichen Meldungen zur Energiewende und anderen Katastrophen belegen dies. Die zu bewältigende Aufgabe ist allerdings so groß, daß es die Jugend ohne die Unterstützung weiter Kreise der Bevölkerung nicht schaffen kann. Daher habe ich mich dann nach mehr als 2 Monaten der gründlichen Überlegens doch entschlossen weiterzumachen und über die Kandidatur zum Landrat noch mehr Druck auszuüben. Mehr kann ich dann auch nicht tun für unsere jungen Leute. Wäre ich heute nochmals 18 so wäre ich mit Sicherheit ebenfalls bei „fff“ aktiv dabei.
Die Aufstellungsversammlung am 18.11.2019 in Geltendorf hat meine Beweggründe und Motive einstimmig für gut befunden und mich daher zu ihrem Kandidaten nominiert.

Diese Grafik von Stefan Rahmstorf (PIK) sagt einfach alles:


Uns ist schon seit langem die Zeit davon gelaufen. Jetzt geht es nur noch um Schadensbegrenzung.

Mein Motto: Die Ökologie steht über der Ökonomie
Menschliches Wirtschaften kann immer nur eine Teilmenge der Ökologie sein. Je besser der Gesamtökologische Zustand, desto höhere Erträge sind zu erwarten. Wenn das Krebsgeschwür einer ausufernden und dem Kapitalismus (statt dem Menschen) dienenden Wirtschaftsform - die sich unendlichem Wachstum verschrieben hat - die lebendigen Strukturen dieses Planeten nachhaltig zerstört, so fällt damit auch letztlich die Grundlage jedes menschlichen Wirtschaftens weg.
Unser Raubbaukapitalismus ist nicht Gottgegeben sondern wird nur von Menschen gemacht. Wenn es uns nicht gelingt dieses alles fressende Monster in den Griff zu kriegen, dann ist das auch das Ende der „Zivilisation“ wie wir sie kennen. Dann geht es unaufhaltsam zurück in eine neue „Steinzeit“. Wenn der Wirt (i.e. die Erde als Lebewesen) stirbt, dann kann das Krebsgeschwür nicht mehr wachsen und geht ebenfalls zugrunde. Wir müssen uns entscheiden ob wir Teil des Problems oder Teil der Lösung sein wollen. Lösungsansätze gab und gibt es seit jeher genug.
Nachfolgend einige Folien aus meinem Vortrag zur Aufstellungsversammlung:



viele Gute Gründe gegen ein neues Landratsamt
• Wertvollsten landwirtschaftlichen Boden darf man eigentlich gar nicht überbauen.
• Sehr hohes Wasserspeichervermögen des Bodens – wichtig um Wald oder auch Gemüse anzubauen. Je trockener die Sommer werden desto wichtiger wird dieser Faktor.
• Künftige Generationen werden um jeden Quadratmeter eines solchen Bodens kämpfen. Permakulturen mit Etagenproduktion (Bäume kühlen und liefern Schatten) könnten die Fläche effizient nutzen.
• Wir benötigen das Geld was wir da ausgeben dringend für eine sehr schnelle und umfassende Energiewende, sonst ist uns nicht mehr zu helfen. (Netto NULL bis 2035)
• Jeder Neubau überschreitet unser Rest-Budget bezüglich der CO2-Emissionen für die Herstellung der Materialien (Zement, Stahl, Glas, Aluminium)
• Der Energieverbrauch zur Herstellung ist mindestens der 50fache (oder mehr) vom künftigen Jahresenergieverbrauch des Gebäudes
• Die Zulassungsstelle gehört schon seit 10 Jahren raus aus der Kühlmannstraße (Parksuchverkehr etc.)
• Habe Landrat Eichinger gefragt wie viele Personen im LRA wirklich Publikumsverkehr haben und ob man die anderen nicht im Zuge der „Digitalisierung“ (von der ja die Staatsregierung spricht) nicht verlagern könnte ins „Homeoffice“
• Zuletzt habe ich ihm noch erklärt, daß ich mitgehen würde wenn man das LRA in die (Denkmalgeschützten) Altimmobilien im Penzinger Flugplatz verlagern würde. Der Boden dort ist eh überbaut und bleibt es ja wohl auch.
• Sobald die „Konjunktur“ einbricht sitzen wir alle auf Schulden und in der Falle und können uns den geplanten Neubau sowieso nicht mehr leisten.


Mein Ziel zur Kommunalwahl :
Jede zusätzliche Stimme für die ÖDP ist eine Stimme für das Primat der Ökologie und eine wichtige Stimme zur Umkehr, denn wir als Gesellschaft sind unterwegs im falschen Zug und auf dem falschen Gleis.