ödp Landsberg

Ernährung

Der Anteil der Landwirtschaft an der der weltweiten Emission von treibhauswirksamen Spurengasen liegt nach verschiedenen Studien (z.B. der FAO) bei etwa einem Fünftel und beträgt sogar ein Drittel, wenn man das Abbrennen und Roden der Primärwälder noch miteinbezieht, da es ja eine "Umwidmung" der Flächen darstellt. 70 % des weltweiten Landwirtschaftslandes werden für die Viehhaltung verwendet. (Gemäss Welternährungsorganisation FAO der UNO, 2006) Der in USA und anderen Industrieländern heute übliche hohe Anteil an tierischen Erzeugnissen an der Ernährung hat einen höheren Anteil an Spurengasen zur Folge als etwa der gesamte Bereich des Verkehrs. Ein Kilogramm Rindfleisch erzeugt ebenso viel “CO2” wie ein durchschnittliches europäisches Auto, das 250 Kilometer weit fährt. Vergleichbar könnte man eine 100-Watt-Glühbirne fast 10 Jahre lang ununterbrochen betreiben. Näheres ist nachlesbar unter: Vortrag als Powerpoint-Präsentation
In keinem anderen Bereich des Konsums hat die/der Einzelne soviel persönlichen Einfluß wie im Bereich der Ernährung. Es entstehen auch keine zusätzlichen Kosten! Ganz im Gegenteil würde ein höherer Anteil an pflanzlicher Kost an der Humanernährung mithelfen Milliardenkosten einzusparen im Gesundheitswesen.

"Bei Fleisch-Verzicht drohen Immunstörung und Haarausfall“ contra „Gemüse gegen Krebs"

Leider wird der Verbraucher durch Schlagzeilen in den Medien immer wieder verunsichert – das Thema vegetarische bzw. fleischreduzierte Ernährung ist mit schöner Regelmässigkeit in der Presse – aber was ist nun wirklich dran ??!

Dabei hat bereits vor 20 Jahren – 1988 - die großangelegte sog. „Gießener Vegetarierstudie“ ergeben, daß weniger Fleisch und Wurst gesünder ist. So faßte der damalige Leiter der Studie und renommierte Ernährungswissenschaftler Claus Leitzmann zusammen: „Körpergewicht, Blutdruck, Cholesterin- und Leberwerte sind bei Vegetariern meist besser als beim Durchschnitt der Bevölkerung - Vegetarier leiden seltener an verschiedenen Zivilisationskrankheiten und haben eine höhere Lebenserwartung.“ Leitzmann arbeitete an der Universität Gießen das Konzept einer gesunden Vollwerternährung aus, das unter http://www.scientificjournals.com/sj/erno/Pdf/aId/3042 zusammengefasst ist und die wesentlichen Punkte einer nachhaltigen und damit umwelt-, gesundheit-, und sozialverträglichen Ernährung erläutert.

Vegetarier leben insgesamt gesünder und bewusster. Die meisten verzichten auf Alkohol und Nikotin, bewegen sich viel und treiben Sport. Für Vegetarier, die lediglich auf Fleisch und Fisch verzichten, ansonsten aber wenig gesundheitsbewusst leben, kursiert der Spitzname „Pudding-Vegetarier“ – eine einseitige Ernährung – ob vegetarisch oder nicht – ist nie gesundheitsförderlich sondern führt zu Mangelerscheinungen! Auch wenn Sie sich nur von den so gesunden rohen Karotten ernähren, wird das über kurz oder lang zu einer Mangelernährung führen! Deshalb: die Vielfalt ist entscheidend!

Viel Fleisch und Wurst dafür wenig Obst und Gemüse – die kalorien- und fettreiche aber vitaminarme Ernährung verursacht diverse Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Arteriosklerose und Krebserkrankungen.

Ausser den gesundheitlichen Vorteilen ist eine fleischärmere oder fleischlose Ernährung auch eine ökologisch und sozial sinnvolle Ernährung: Die konventionelle Massentierhaltung und industrialisierte Landwirtschaft gelten als größter Verursacher für den Rückgang und das Aussterben von Pflanzen- und Tierarten, wesentlich mehr Menschen können bei gleichem Aufwand vegetarisch ernährt werden – so wird ein Drittel der landwirtchaftlichen Fläche weltweit wird für den Futteranbau benötigt.

Der Verzehr von Fleisch geht immer dann, wenn es mal wieder einen Skandal um das eine oder andere Tier von dem es stammt gibt, zurück. Schon kurze Zeit später finden sich die Verbraucher aber wieder an der Fleischtheke ein, um beherzt zuzugreifen. Dabei ist eine Umstellung des Ernährungsverhaltens auf eine fleischärmere Kost mit einem hohen Anteil an Bio-Produkten heute leichter denn je: jede Supermarktkette bietet Alternativen zu Fleisch und Wurst an, Biomärkte gibt es mittlerweile flächendeckend.

Über das Bio-Siegel informiert das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) unter http://www.bio-siegel.de, eine Fülle an vegetarischen Rezepten (464 insgesamt!) findet man u.a. auf der Seite der CMA http://www.cma.de/content/rezepte/rezepte.php oder in jeder Buchhandlung.

Der Mensch ist, was er isst!