ödp Landsberg

Klimaschutzkonferenzen

Es ist soweit:
Bericht im LT vom 10.10.2013 über die Verabschiedung des Klimaschutzkonzepts im Kreistag
Bericht im LT vom 25.1.2014 über die Gründung einer Energieagentur für den Landkreis zur Unterstützung bei der Umsetzung des KSK. Bereits am Tag der Gründung haben 57 Bürger und 3 Firmen ihre Mitgliedschaft gezeichnet.


Antrag auf Ergänzung des zu erstellenden Klimaschutzkonzeptes für den Landkreis
Aufruf der ÖDP Landsberg an alle Akteure im Umfeld des Klimaschutzkonzeptes für den Landkreis
Ziel: Austausch aller Heizungen im Landkreis auf Heizölbasis bis 2035

Ein vordringliches Ziel muß sein das „Heizöl“ als Quelle von Niedertemperaturwärme zur Raumheizung vollständig zu ersetzen.

Auszug aus S.5 der Teilnehmerunterlagen

Begründung:
Heizöl ist chemisch identisch mit Dieselkraftstoff. Dieser wird auf längere Sicht im Transportbereich unverzichtbar bleiben. Kein anderer Energieträger erlaubt solche Energiedichten und problemlose Betankung in kürzester Zeit für lange Wegstrecken.
Wer Heizöl nur verheizt verbrennt damit einen unserer wertvollsten und nicht nachwachsenden Rohstoffe als würde es sich um einen zu entsorgenden Abfallstoff in der Müllverbrennung handeln. Dieser Rohstoff hat es aber mehrfach in sich. Er ist wichtigster Ausgangsstoff für die chemisch-pharmazeutische Industrie und er läßt sich etwa in Dieselmotoren bei hohen Wellenwirkungsgraden in arbeitsfähige Energie (= Exergie) umwandeln.
Wer „Heizöl“ verbrennt um damit sein Fußbodenheizung warm zu halten vernichtet diese arbeitsfähige Energie praktisch zu fast 100%. Dies ist der größte thermodynamische Sündenfall in unserer sogenannten Energieversorgung überhaupt. Jeder Physiker weiß sofort und unmittelbar, daß dies genau so ist. Obendrein erzeugt dieser Vorgang sinnlose, weil vermeidbare CO2-Emissionen. Nun könnte man zwar (physikalisch korrekt) behaupten, daß man ja bei jedem Brennstoff der lediglich zu Heizzwecken genutzt wird ebenfalls die Arbeitsfähigkeit wegwirft. Natürlich passiert beim Verbrennen von Erdgas oder Steinkohlestaub das gleiche. Der Unterschied ist der, daß man mit Steinkohle weder LKWs noch BHKWs antreiben kann und beim Erdgas mag man sich ja inzwischen an die begründbare Hoffnung klammern, daß es in wenigen Jahren das gleiche Methan aus der Erdgasleitung geben wird wie heute, nur mit dem Unterschied, daß es aus überschüssigem Wind- und Sonnenstrom hergestellt werden wird. Chemisch ist diese Synthese ja nichts anderes als die Reduktion des 4-wertigen Kohlenstoffs im CO2 zu CH4 mit Hilfe von Wasserstoff. Vielleicht wird dieses Verfahren ja in Zukunft ähnlich wichtig werden wie in den zurückliegenden 100 Jahren das Haber-Bosch-Verfahren zur Herstellung von Ammoniak NH3 aus Luftstickstoff. Am 9.9.1913 – also fast genau vor Hundert Jahren - wurde die erste großtechnische NH3-Anlage in Betrieb genommen. Audi hat mittlerweile eine vergleichbare Anlage zur Herstellung von Methan CH4 in Werlte mit 6,3 MWel errichtet. Sie soll 1000 t Methan pro Jahr erzeugen aus Strom der sonst ohnehin nicht genutzt werden könnte.

Was sind die Alternativen zum „Heizöl“?
A) elektrisch betriebene Wärmepumpen (mit Pufferspeicher) die vorzugsweise überschüssigen Strom aus Windturbinen benutzen sollten.
B) thermische Solaranlagen (unsere Potentiale sind bei weitem nicht ausgeschöpft; 70 bis 100% solare Deckung sind im Neubau machbar)
C) Holz-Heizungen (Pellets etc. – aber nur begrenzt verfügbar)
D) Dämmstandard auf den Stand der Technik bringen, Lüftungswärmeverluste vermindern
E) BHKW-Lösungen (mit Pufferspeicher)
F) Nahwärmenetze
G) Gasbrennwertgeräte nur noch zulassen in Verbindung mit Solarthermie (inkl. Heizungsunterstützung)

Um bis 2035 alle heutigen Ölheizkessel zu ersetzen ist es unabdingbar, daß unverzüglich ans Werk gegangen wird. Von Seiten der beruflichen Bildung muß dringend darauf hingewiesen werden, daß das Heizungsbauer-Handwerk in den nächsten Jahren einen goldenen = tragfähigen Boden haben wird. Die Anzahl der Absolventen ist dringend zu erhöhen. Die Einrichtung des Bildungsangebots „Ausbildung zum Solarteur“ ist zu fordern und zu fördern. Vielleicht hilft hier auch der Hinweis in der Berufsberatung von Abiturienten. Ein mittelmäßiges Studium ist heute schon lange nicht mehr die Garantie für ein erträgliches Einkommen.
Was sind die Kosten eines solchen Vorgehens?
Zunächst ist festzuhalten, daß im Verlaufe der nächsten 27 Jahre ohnehin alle Heizungsanlagen abgeschrieben sein werden und somit mindestens ein Wechsel ansteht. Es kommt darauf an die Akteure gut zu beraten und ggf. auch auf entsprechende ergänzende Marktanreizprogramme zu setzen. Der steigende Ölpreis ist leider nur ein unterstützender Faktor. Im Augenblick verbrennen wir im Landkreis etwa 170 Millionen Liter Öl im Wert von 144 Mio. € pro Jahr (= 400.000 € pro Tag!). Von diesem Wert bleiben laut Aussage von GCE nur 16% im Kreis, also in der Region erhalten. Jeden Tag verläßt eine Million EURO für Energiekostenrechnungen unseren Landkreis.
Nach heutiger Kaufkraft würden wir also in 27 Jahren noch 3,9 Milliarden € allein für „Heizöl“ ausgeben müssen wenn wir nicht frieren wollen. Diese Summe sollte doch wohl genügen um die dafür notwendigen Investitionen abzudecken.
Buttner 23.03.2013 17:05 Uhr

Bericht über die erste Konferenz am 09.03.2013 im LT
Artikel "Das Potenzial ist da" von Thomas Wunder (LT)


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