ödp Landsberg

Hauptplatzneugestaltung

Von unserem Stadtheimatpfleger Dr. Werner Fees-Buchecker konnte ich nachstehendes Foto ergattern vom Hauptplatz in den 1930ern:


Man beachte die Einbahnstraßen!

So sah die Pflasterung der Herkomerstraße 1968 aus (Ruethenfest Juni ´68)


Beim Kreisboten vom 15.Februar finden Sie Bilder (Animationen) wie der Hauptplatz künftig aussehen könnte, wenn der Entwurf von Büro "lohrer.hochrein" gebaut würde.


Presseerklärung vom 21.1.11

Egal, welche Gruppierung am 27.Februar auch immer die Mehrheit erringen wird, keine Lösung wird es allen recht machen können. Ich habe versucht mir die Sachargumente auf beiden Seiten anzusehen und entsprechend so abzuwägen, daß die Vorteile die jeweils in Kauf zu nehmenden Nachteile überkompensieren können.
Auf der Homepage der BI „pro Hauptplatz“ werden 3 Argumente bzw. Forderungen gebracht die so nicht stichhaltig und nicht (mehr) nachvollziehbar sind.
Zu A) Jede Fahrbahn „zerschneidet“ einen Platz in 2 Teile. Der gesamte Rest des Platzes ist in beiden Fällen (schon wegen Lieferverkehr) komplett befahrbar.
Zu B) Das Argument „Haarnadelkurve“ war einmal stichhaltig, gehört inzwischen der Vergangenheit an.
Zu C) Die Forderung nach breiteren Gehsteigen ist doch kein Widerspruch zur Variante 2 von Büro lohrer.hochrein!?

Es geht wohl also hauptsächlich um Fragen des subjektiven Geschmacks.
Aus Leserbriefen ans LT kann man Stimmen hören, die z.B. darauf verweisen, daß durch die Änderung des Straßenverlaufs das „natürliche historische Erscheinungsbild zerstört wird.“
Entschuldigung, aber das was sich historisch nennt ist noch durch alle Generationen hindurch immer wieder aufs Kräftigste verändert worden (i.e. Bau der neuen Bergstraße; Abbruch vieler alter Bürgerhäuser etc.) Mit dem gleichen Argument kann man auch die Verlegung der Fahrbahn genau zur oberen Platzhälfte hin fordern…

… weil ja 1817 die Fuhrwerke auch schon die Ostseite nutzten. Der ganze Kfz-Verkehr ist nun sicher auch nicht historisch. Es wird auch behauptet der höher gelegenere Teil des Platzes sei der sonnigere Teil und damit für die Fußgänger und Cafes prädestiniert. Wer am Vormittag frühstücken will und dabei in der Sonne sitzen, der hat dann wohl Pech gehabt.
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Auch frage ich mich wo die 1703 Landsberger Bürgerinnen und Bürger die sich jetzt erneut vehement für die Beibehaltung der alten Fahrbahn vor dem Rathaus ausgesprochen haben denn waren als sie die Gelegenheit hatten ihre bevorzugte Variante in der Bürgerbefragung von Prof. Vossen einzubringen?
Damals war für mich die Variante 3 im Vergleich zu den Entwürfen 1 und 2 eindeutig zu bevorzugen, so daß ich meinen Fragebogen auch entsprechend so ausfüllte, daß die Variante 3 (alte Straßenführung) aufgewertet und die Varianten 1 und 2 (Straßenverlauf vor der Stadtsparkasse) abgewertet wurden.
Wenn die 1703 Bürger das ebenso genützt hätten wie ich, dann wäre das damalige Ergebnis der Befragung eindeutig positiv für die Variante 3 ausgegangen und wir hätten jetzt keine Pattsituation.
Inzwischen wurde die Planung aber vom Büro lohrer.hochrein insbesondere durch die deutliche Entschärfung der Kurve entscheidend nachgebessert, so daß ich mit dem verbesserten Entwurf einverstanden bin. Ich mußte auch nachträglich zur Kenntnis nehmen, daß sich viele Bürger eine frei begehbare Fläche vor dem Rathaus wünschen (wie das wohl 1817 auch schon war ;-) ). Als zusätzliche Maßnahme wünsche ich mir dann allerdings, daß im Torbogen der Durchfahrt zum Platz eine permanente Geschwindigkeitsüberwachung der vorgesehenen Begrenzung auf 20 km/h installiert wird. Möglicherweise muß man im Winter bei Schneematsch die Einfahrtsgeschwindigkeit auf den Platz sogar noch stärker begrenzen! (Die Hangabtriebskräfte können größer werden als der Reibwert. Insbesondere Streusalz auf Schnee ergibt „Schmierseife“. Da nützen auch Winterreifen nichts.)
Nun hoffe ich, daß die Mehrheit der Bürger mit der nachgebesserten Variante 2 vom Büro lohrer.hochrein leben kann und dieser Kompromiß nicht als unzumutbar empfunden wird.

Presseerklärung zur Hauptplatzumgestaltung als pdf

Hier finden Sie die offizielle homepage der Stadt zum Thema "Hauptplatzneugestaltung mit Bürgerbeteiligung"

Presseerklärung vom 1.7.10
Nun liegen sie ja endlich vor - die 3 Planungen - und dürfen weitere 2 Monate diskutiert werden.

Ohne hier der Auswertung der Bürgerbefragung bezüglich deren Präferenzen vorgreifen zu wollen, soll hier dargestellt werden, weshalb aus ökologischer Sicht jede Lösung besser ist als der Altzustand.

Wir halten es nicht für sinnvoll erst nur den Kanal zu sanieren und mit der Neugestaltung noch länger zuzuwarten, denn dies bedeutete noch deutlich mehr Lärm und Unannehmlichkeiten für die Anwohner und den Verkehr als ohnehin unvermeidbar. Wenn schon aufreißen, dann aber bitte nur einmal. (Außerdem fressen alle Baumaschinen Dieselkraftstoff.)

Sowohl Entwurf 1 als auch Entwurf 2 mißachten 2 ältere Bürgerentscheide zur Fahrbahnverlegung auf die Ostseite des Platzes mit respektablen 2:1 Ergebnissen. Es ist daher ein weiterer Bürgerentscheid zu befürchten.
Die höchste Flexibilität an späterer Platz(um)nutzung bietet aus unserer Sicht der Entwurf 3, denn die "Poller" lassen sich mit wenig Aufwand bei Bedarf umsetzen.
Natürlich hätten wir es begrüßt, wenn man vor der Neugestaltung des Platzes erst ein Verkehrskonzept für den Altstadtbereich ausgearbeitet hätte. Professor Knoflacher, der erst kürzlich in Landsberg einen Vortrag gehalten hat, könnte mit seinen über 40 Jahren Verkehrsplanungserfahrung und der Verkehrsgestaltung von 5 späteren UNESCO-Weltkulturerben der geeignete Experte für diese Herausforderung sein. Solange kein Verkehrskonzept vorliegt, sollten wir den Platz aber so variabel gestalten, daß er mit und ohne Verkehr funktionieren kann.
Einer der wesentlichen Kritikpunkte an allen 3 Entwürfen an dem sich die Geister (noch) scheiden ist der Vorwurf, daß sie nicht in der Lage seien den Durchgangsverkehr zu mindern. Dies sehen wir doch etwas differenzierter.
Laut Prof. Vossen macht der Durchgangsverkehr ohnehin nur etwa 20% des gesamten Kfz-Verkehrs (zur Erinnerung: rund 17.000 Bewegungen pro Tag) aus. Nach seinen Worten ist der Verkehr am Hauptplatz hauptsächlich hausgemacht.
Das heißt die Landsberger selbst verursachen ihn. Einer der Gründe ist in unseren Augen, daß der Hauptplatz für Fußgänger und Radfahrer doch einige k.o.-Kriterien wie Katzenkopfpflasterung bietet, die es dem Einzelnen geraten erscheinen lassen lieber den PKW statt etwa das Fahrrad zu benutzen.
Es ist völlig richtig, daß die Parkplätze allesamt verschwinden. Mit dieser Maßnahme und mit der Sperrung der Salzgasse und der Herzog-Ernst-Straße kann man vielleicht 20% (als Größenordnung) des motorisierten Verkehrs vom Platz bringen. Weiteren PKW-Verkehr bringt man nur dadurch vom Platze, daß man insgesamt seine Attraktivität für Autos mindert und für Radfahrer und Fußgänger erhöht und die Menschen so zum Umsteigen ermuntert. Aus unserer Sicht (und im Vergleich zu anderen europäischen Städten) ist dieses Potential des Umsteigens (auf den "Langsamverkehr") noch bei weitem nicht ausgeschöpft. Weiteres Potential den Auto-Verkehr am Hauptplatz drastisch zu mindern sehen wir in Tempo 10 km/h sowie einer (künftigen) Einbahnstraßenregelung. Dies setzt allerdings ein Gesamt-Konzept unter Einbeziehung des Hinterangers voraus.
Die Variante 3 würde auch dann noch funktionieren, wenn man den Platz ganz zur Fußgängerzone erklären würde oder mit den Worten von Prof.Knoflacher aus Wien:
"... wenn man das Benzin wegnehmen würde."
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Nachsatz frei nach Doktor Murkes : Es muß etwas geschehen - es wird etwas geschehen!

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